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Möhrenfliege

Möhrenfliege - Blomea.de

Die möhrenfliege (Chamaepsila rosae) zählt zu den häufigsten Schädlingen bei Möhren und kann großen Schaden anrichten, wenn ein Befall nicht rechtzeitig erkannt wird. Nicht die Fliege selbst, sondern ihre Larven fressen sich in die Wurzeln und zerstören Geschmack, Qualität sowie Haltbarkeit der Möhren.

In diesem Ratgeber bekommst du einen Überblick darüber, wann die möhrenfliege aktiv ist, woran du einen Befall erkennst und welche Methoden sich am besten bewährt haben, um möhrenfliege bekämpfen zu können.

Was ist die möhrenfliege?

Die möhrenfliege ist eine kleine, dunkle Fliege von etwa 5 mm Größe. Sie legt ihre Eier bevorzugt direkt im Boden in der Nähe von Möhrenpflanzen ab. Nach dem Schlüpfen bohren sich die blassgelben Larven in die Möhrenwurzeln und hinterlassen feine Fraßgänge, was zu Fäulnis und Verfärbungen führt.

Diese Larven können bis zu 7–10 mm lang werden und die Wurzeln so stark schädigen, dass die Möhren ungenießbar werden.

Wann ist die möhrenfliege aktiv?

In Deutschland bringt die möhrenfliege meistens zwei bis drei Generationen pro Jahr hervor, sodass sie vom Frühjahr bis weit in den Herbst hinein für Probleme sorgen kann. Die erwachsenen Fliegen überwintern als Puppen im Boden und kommen zum Vorschein, sobald sich der Boden im Frühjahr erwärmt.

  • Der erste Flug beginnt typischerweise Mitte Mai und zieht sich bis in den Juni. Während dieser Zeit legen die Weibchen ihre Eier oberflächennah direkt an den Möhren ab. Kurz darauf schlüpfen die Larven und beginnen, sich in die Wurzeln zu fressen.

  • Die zweite Flugphase findet meist zwischen Juli und August statt und bringt eine neue Generation hervor, die ebenfalls Schäden verursachen kann. In warmen Jahren treten die Fliegen bis in den Spätsommer oder Frühherbst hinein auf.

Tagsüber halten sich möhrenfliegen meist in höherer Vegetation auf und fliegen erst abends in die Möhrenbeete, um dort ihre Eier abzulegen. Deshalb merkt man einen Befall oft erst beim Ernten – und dann ist der Schaden meist nicht mehr reparierbar.

So erkennst du einen Befall durch möhrenfliege

Ein Befall wird in der Regel erst bei der Ernte sichtbar. Typische Anzeichen sind:

  • Rostbraune oder rötliche Fraßgänge im Inneren der Möhren

  • Viele kleine Kotkrümel in den Möhren

  • Erste Anzeichen von Fäulnis und unangenehmem Geruch

  • Junge Pflanzen sterben bei starkem Frühbefall sogar ganz ab

Bei starkem Befall, besonders zum Ende des Sommers, sind die Wurzeln oft so beschädigt, dass sie praktisch nicht mehr verwendet werden können.

So kannst du möhrenfliege bekämpfen

Haben sich die Larven erst einmal in die Wurzeln gebohrt, lässt sich die möhrenfliege kaum noch effektiv bekämpfen. Daher ist die Vorbeugung das Wichtigste beim Anbau von Möhren.

Du kannst das Risiko für einen Befall senken, indem du:

  • frühzeitig ein Insektennetz oder Vlies über dein Beet spannst, noch bevor die erste Flugphase beginnt

  • Möhren möglichst an einen offenen, windigen Standort und nicht neben hohe Bepflanzungen säst

  • auf frischen Dünger verzichtest, denn dessen Geruch zieht die Fliegen an

  • nach dem Vereinzeln sämtliches Pflanzenmaterial aus dem Beet entfernst und die Erde rund um die übrigen Pflanzen gut andrückst

  • entweder sehr früh aussäst (damit die Pflanzen zur ersten Flugzeit kräftig genug sind) oder so spät, dass sie nach der ersten Flugphase keimen

  • Möhren nicht jedes Jahr am selben Standort anbaust, sondern einen Fruchtwechsel von mindestens 4 bis 5 Jahren einhältst, da die möhrenfliege auch als Puppe im Boden überwintern kann

Manche Gärtner versuchen, durch Mischkultur mit Zwiebeln die Fliegen fernzuhalten. Diese Maßnahme alleine reicht aber selten aus und wirkt am besten in Kombination mit einem Netz.

Was tun, wenn die Möhren schon befallen sind?

Wenn deine Möhren bereits von der möhrenfliege befallen sind, lässt sich der Schaden leider nicht mehr beheben. Schwach befallene Möhren kann man gelegentlich noch direkt verwenden, wenn sie sorgfältig gereinigt werden.

Für die Lagerung sind angegriffene Möhren ungeeignet, weil die Larven auch nach der Ernte noch weiterfressen. Wird der Befall rechtzeitig erkannt, können die Möhren ggf. vorzeitig geerntet und eingefroren werden, um die Entwicklung zu stoppen.

Möchtest du noch mehr rund um den Anbau von Möhren wissen?

Wenn du dich tiefer mit dem Anbau von Möhren oder der Lagerung deiner Möhren beschäftigen möchtest, findest du hier weitere hilfreiche Beiträge:

Und wenn du Saatgut kaufen möchtest, findest du unser gesamtes Angebot an Möhrensamen hier.

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