Gurken wachsen schnell, bilden viele Blätter und tragen oft über einen langen Zeitraum hinweg reichlich Früchte. Gerade dieses rasche Wachstum macht sie empfindlich, wenn die Bedingungen aus dem Gleichgewicht geraten. Viele Hobbygärtner machen daher früher oder später die Erfahrung, dass ihre Gurken plötzlich krank werden: Die Blätter werden zum Beispiel gelb oder fleckig, das Wachstum schwächelt oder die Pflanzen stellen ganz unerwartet das Wachstum ein.
Mit diesem Überblick zeige ich dir die häufigsten gurkenkrankheiten, wie sie entstehen und vor allem, wie du mit der richtigen Pflege die meisten Probleme im Gurkenanbau verhindern kannst.
Warum treten Krankheiten bei Gurkenpflanzen auf?
Wichtig ist: gurkenkrankheiten treten nur selten einfach so auf. In der Regel führen ungünstige Umweltbedingungen dazu, dass deine Gurken krank werden. Feuchtigkeit, Luft, Wasser, Nährstoffe und die Belastung der Pflanze hängen eng miteinander zusammen. Wenn einer oder mehrere dieser Faktoren ins Ungleichgewicht geraten, werden Gurken anfälliger für Pilzkrankheiten und Schädlinge.
Eine gesunde Gurkenpflanze ist meist recht widerstandsfähig – doch sie reagiert sensibel, wenn sie lange unter Stress steht. Krankheiten an gurkenpflanzen entstehen besonders dann, wenn die Wachstumsbedingungen nicht optimal sind.
Das zeigt sich vor allem, wenn:
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die Luftfeuchtigkeit längere Zeit sehr hoch ist
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die Blätter regelmäßig nass werden
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die Pflanzen zu dicht stehen und kaum Luft bekommen
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zu unregelmäßig oder zu stark gegossen wird
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die Erde rund um die Wurzeln dauerhaft nass und sauerstoffarm ist
Wenn deine Pflanze bereits gestresst ist, wird sie anfälliger – sowohl für Pilzinfektionen als auch für Schädlinge. Deshalb hängt die Gesundheit deiner Gurken direkt mit der täglichen Pflege zusammen. Die richtige Bewässerung von Gurken, eine gute Stabilisierung der Gurken und regelmäßiges Ausgeizen der Gurken sind also besonders wichtig.
Falscher Mehltau und andere Pilzkrankheiten
Falscher Mehltau gehört zu den häufigsten gurken krankheiten und tritt vor allem im Gewächshaus auf. Diese Krankheit breitet sich unter feuchten Bedingungen sehr schnell aus und kann die Pflanze innerhalb kurzer Zeit schwächen.
Die ersten Anzeichen zeigen sich meist an den Blättern und sehen so aus:
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gelbe oder gelblich-grüne Flecken auf der Oberseite der Blätter
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diese Flecken werden später braun
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auf der Blattunterseite bildet sich ein grauer Pilzrasen
Wenn die Blätter ihre Funktion verlieren, kann die Gurkenpflanze schlechter Früchte ausbilden und das gesamte Wachstum kommt ins Stocken. Um falschen Mehltau vorzubeugen, ist eine gute Luftzirkulation, trockene Blätter und gleichmäßige Bedingungen besonders wichtig.
Eine weitere typische Pilzkrankheit ist der Echte Mehltau – er zeigt sich als weißlicher, mehliger Belag auf den Blättern. Mehltau behindert die Photosynthese und schwächt die Pflanze nach und nach. Beide Erkrankungen treten meist auf, wenn die Pflanzen gestresst sind und ihnen ausreichend Luft fehlt.
Du möchtest mehr zu Symptomen und Maßnahmen wissen? Dann lies gerne unser Beitrag über Mehltau an Gurken.
Wurzelprobleme und Stängelfäule
Nicht jede Schwäche bei Gurkenpflanzen ist gleich eine Pilzerkrankung an den Blättern. Wurzel- und Stängelprobleme entstehen oft durch Fehler beim Gießen oder ungeeignete Erde.
Typische Hinweise auf Wurzelprobleme sind:
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die Pflanze lässt die Blätter hängen, obwohl die Erde feucht ist
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das Wachstum stagniert
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der Stängel verfärbt sich dunkel oder wird weich direkt über der Erde
Solche Probleme entstehen besonders dann, wenn die Erde dauerhaft nass bleibt und die Wurzeln keinen Sauerstoff bekommen. Mehr Wasser hilft dann nicht – meist ist sogar das Gegenteil nötig: weniger gießen und die Drainage verbessern.
Schädlinge als Krankheitsauslöser
Schädlinge an gurkenpflanzen sind kein Krankheitserreger im klassischen Sinn, aber sie schwächen die Gurken und machen sie so anfälliger für echte gurkenkrankheiten.
Die wichtigsten Schädlinge an Gurkenpflanzen sind:
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Spinnmilben, die warme und trockene Luft lieben
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Gurkenblattläuse, die oft die jungen Triebe befallen
Beide saugen an den Pflanzen und rauben ihnen Kraft. Dadurch steigt die Gefahr für weitere pilzliche gurkenkrankheiten und der allgemeine Zustand der Pflanze leidet. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig auf schädlinge gurken oder Befall zu reagieren und die Pflanzen regelmäßig zu kontrollieren.
Gelbe Blätter & weitere merkwürdige Zeichen (nicht immer eine Krankheit!)
Gelbe Blätter an Gurken werden gern als eindeutiges Krankheitssymptom gedeutet – tatsächlich steckt nicht immer eine Krankheit dahinter. Gerade unten an der Pflanze vergilben Blätter ganz natürlich, wenn sie älter werden und die Pflanze ihre Energie auf die oberen, neuen Blätter verlagert.
Gelbe Blätter können außerdem durch folgende Ursachen entstehen:
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unregelmäßiges Gießen
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Nährstoffmangel
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ein geschwächtes Wurzelsystem
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natürliche Alterung der Blätter
Deshalb solltest du immer die gesamte Pflanze und ihre Umgebung beurteilen, bevor du eine Krankheit vermutest. Das Entfernen alter Blätter verbessert dabei die Luftzirkulation und beugt vielen gurkenkrankheiten vor.
Gurkenkrankheiten vorbeugen – so klappt‘s in der Praxis
Am besten lassen sich gurkenkrankheiten vermeiden, wenn du vorbeugend über die ganze Saison hinweg auf deine Gurken achtest. Es kommt auf das richtige Gesamtpaket bei der Pflege an.
Zu den wichtigsten Punkten gehören:
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viel Luft zwischen den Pflanzen
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ausgewogenes, angepasstes Gießen
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regelmäßiges Entfernen von alten und geschwächten Blättern
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korrektes Anbinden, damit Blätter und Früchte sich nicht gegenseitig bedrängen
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eine ausgewogene Düngung
Mehr rund um Gurken?
Wenn du noch tiefer in das Thema Gurken einsteigen möchtest, findest du auf unseren weiteren Ratgebern viele hilfreiche Tipps:
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