Die meisten essbaren Kürbisse lassen sich in der Küche verwenden, unterscheiden sich aber deutlich im Geschmack, der Konsistenz und darin, wie lange sie lagerfähig sind. Hokkaido, Moschuskürbisse wie zum Beispiel Butternut, Spaghettikürbis sowie klassische Halloween-Typen gehören zu den essbaren Arten. Zierkürbisse hingegen sind nicht zum Verzehr geeignet. Der Unterschied zeigt sich im Fruchtfleisch, im Aroma und in der Haltbarkeit der Frucht.
Im Folgenden stelle ich die wichtigsten speisekürbis sorten einzeln vor, damit Sie sich gezielt für die richtige Verwendung entscheiden können.
Überblick über essbare Kürbisse
Bevor wir ins Detail gehen, hier ein kurzer Überblick: Die Härte der Schale ist eine gute Faustregel – je härter die Schale, desto fester meist das Fruchtfleisch und desto länger die Lagerfähigkeit.
- Hokkaido: Festes, trockenes Fruchtfleisch und essbare Schale. Universell einsetzbar in der Küche.
- Moschuskürbisse, z. B. Butternut: Festes, süßes Fleisch bei sehr geringem Abfall. Die Schale wird vor dem Verarbeiten entfernt.
- Spaghettikürbis: Das Fruchtfleisch zerfasert nach dem Garen und erinnert an Spaghetti. Eignet sich gut als Gemüsegrundlage.
- Halloween-Typen: Große, orange Kürbisse mit mildem und wässrigem Fleisch. Ideal zum Schnitzen.
- Riesenkürbisse: Werden wegen ihrer Größe angebaut. Das Fruchtfleisch ist sehr wässrig und nur eingeschränkt zum Essen geeignet.
Hokkaido
Hokkaido-Kürbisse gehören zu den beliebtesten essbaren kürbisse. Sie wiegen ein bis zwei Kilo, zeichnen sich durch festes, trockenes und intensiv gefärbtes Fruchtfleisch in Orange oder Grün aus und haben einen mild-nussigen Geschmack.
Der große Vorteil: Die Schale ist dünn und kann mitgegessen werden. Beim Garen wird sie weich, so entfällt das mühsame Schälen. Hokkaido lässt sich zudem hervorragend lagern – ein voll ausgereifter Kürbis hält oft drei bis vier Monate, unter optimalen Bedingungen sogar bis zu einem halben Jahr.
In der Küche ist Hokkaido vielseitig: Sie können das Fruchtfleisch backen, zu Suppe pürieren, in Eintöpfen verwenden oder gerieben im Gebäck verarbeiten. Tipps zum eigenen Anbau finden Sie in meinem Guide Hokkaido anbauen – so geht’s.
Moschuskürbisse und Butternut
Moschuskürbisse sind die speisekürbis sorten mit dem festesten und süßesten Fruchtfleisch. Am bekanntesten ist der Butternut-Kürbis: Die Früchte haben eine birnenförmige, helle Schale und bestehen zu einem Großteil aus Fruchtfleisch, sodass nur wenig Abfall anfällt.
Die Schale sollte entfernt werden, da sie beim Garen hart bleibt. Das Fruchtfleisch lässt sich leicht in Würfel schneiden und ist besonders mild und süßlich im Geschmack – perfekt für Suppen, Püree oder Ofengerichte. Butternut-Kürbisse halten sich meist zwei bis vier Monate.
Moschuskürbisse benötigen viel Wärme und die längste Reifezeit aller kürbissorten. Sie sind daher ein wenig anspruchsvoller im Anbau. Alles Wichtige dazu erkläre ich im Guide Moschuskürbisse richtig anbauen.
Spaghettikürbis
Der Spaghettikürbis ist wohl die außergewöhnlichste Art unter den essbaren kürbisse. Die längliche Frucht ist im reifen Zustand glänzend gelb und das Fruchtfleisch besteht aus langen Fasern. Nach dem Backen lässt es sich mit der Gabel ganz einfach als spaghettiartige Fäden herauslösen.
Der Geschmack ist mild-nussig, die Kürbisfäden eignen sich hervorragend als Beilage zu Saucen oder in Salaten. Die Haltbarkeit liegt bei etwa zwei bis drei Monaten. Achten Sie unbedingt auf den richtigen Erntezeitpunkt – wird zu früh geerntet, bleibt das Fruchtfleisch fest und lässt sich nicht zerfasern. Weitere Tipps erfahren Sie in meinem Guide Spaghettikürbis anbauen.
Halloween-Kürbisse und große orange Typen
Die klassischen großen, orangefarbenen Kürbisse – etwa die Sorte Jack O'Lantern – sind zwar essbar, wurden aber speziell zum Schnitzen gezüchtet. Das Fruchtfleisch ist dünner, wässriger und milder als bei Hokkaido oder Butternut, und die Aushöhlung im Inneren ist besonders groß.
Für die Küche eignen sich diese kürbissorten vor allem, wenn das Fruchtfleisch ohnehin püriert oder verkocht wird, zum Beispiel als Suppe oder Püree. Aufgrund des hohen Wassergehalts ist ihre Lagerfähigkeit meistens auf ein bis drei Monate begrenzt. Bereits ausgehöhlte Kürbisse halten sich als Dekoration nur wenige Tage.
Die Kerne dieser Speisekürbisse können Sie jedoch gut nutzen: Nach dem Waschen, Abtrocknen und Rösten im Ofen mit etwas Öl und Salz werden sie zum leckeren Snack – so bekommen Sie auch beim Dekokürbis eine kleine Ernte für die Küche.
Riesenkürbisse
Riesenkürbisse wie 'Atlantic Giant' werden gezielt auf Größe gezüchtet. Die Pflanzen entwickeln riesige Früchte, die am besten nur einzeln an einer Pflanze ausreifen sollten, damit sie ihr volles Potenzial erreichen.
Das Fruchtfleisch ist essbar, aber eher wässrig und geschmacklich neutral – die Haltbarkeit ist deutlich kürzer als bei anderen speisekürbis sorten. Diese Kürbisarten sind daher vor allem als Hingucker oder Dekoration zu empfehlen, weniger für den Verzehr.
Welche Kürbisse kann man nicht essen?
Zierkürbisse sind nicht essbar. Sie enthalten Cucurbitacin, einen natürlichen Bitterstoff aus der Kürbisfamilie. Dieser Wirkstoff wird beim Kochen oder Backen nicht abgebaut – Sie können also die Giftigkeit nicht herauskochen.
Das sollten Sie immer beachten:
- Probieren Sie stets ein kleines Stück rohen Kürbis vor der Zubereitung
- Schmeckt es bitter, sofort ausspucken und die ganze Frucht entsorgen
- Versuchen Sie nie, die Bitterkeit durch Kochen, Backen oder Würzen zu überdecken
- Sammeln Sie keine Samen von eigenen speisekürbissen, wenn Sie Zierkürbisse in der Nähe haben – Kreuzungen sind möglich!
In seltenen Fällen können Bitterstoffe auch in klassischen essbare kürbisse auftreten, besonders wenn die Samen von einer gekreuzten Pflanze stammen. Machen Sie daher immer den Geschmackstest, egal um welche kürbissorten es sich handelt.
Wenn Sie Zierkürbisse für Dekozwecke anbauen möchten, finden Sie praktische Tipps im Guide Zierkürbisse anbauen.
So wählen Sie die richtige Kürbisart für Ihren Zweck
Richten Sie die Auswahl nach der gewünschten Verwendung – so landen Sie garantiert bei den richtigen essbaren kürbisse:
- Sie möchten nicht schälen? Hokkaido mit essbarer Schale ist die erste Wahl.
- Sie suchen besonders süßes Fruchtfleisch? Greifen Sie zu einem Moschuskürbis wie Butternut.
- Sie möchten etwas Ausgefallenes probieren? Spaghettikürbis bringt Abwechslung auf den Teller.
- Sie möchten den Kürbis schnitzen? Wählen Sie eine große, orange Halloween-Sorte.
- Sie möchten die Ernte möglichst lange lagern? Hokkaido und Moschuskürbis sind am besten lagerfähig.
- Wenig Platz im Garten? Hokkaido oder Spaghettikürbis eignen sich für den Anbau am Rankgitter.
Wenn Sie es einrichten können, lohnt sich eine Mischung aus zwei bis drei verschiedenen kürbissorten – so haben Sie sowohl lagerfähige Früchte als auch Varianten für Dekoration und kreative Rezepte.
Noch mehr Tipps rund um Kürbisse
Das Grundprinzip beim Anbau ist bei allen essbaren kürbissen ähnlich. Unterschiede gibt es vor allem beim Wärmebedarf, bei der Länge der Saison und beim optimalen Erntezeitpunkt.
Wie Sie die Samen aussäen, die Pflanzen pflegen und auf eine reiche Ernte hinarbeiten, lesen Sie in meinem Guide Kürbisse anbauen: Schritt für Schritt erklärt.
Wenn Sie noch mehr über Pflege und Kultur wissen möchten, finden Sie hilfreiche Tipps in diesen weiteren Anleitungen:
- Kürbis vorziehen
- Pflanzabstand für Kürbisse
- Kürbisse richtig gießen
- Kürbisse düngen
- Kürbis ernten
- Kürbis lagern
- Kürbis-Krankheiten
Und für die nächste Saison finden Sie eine Auswahl an biosamen und besonders aromatischen Kürbissamen hier.
