Frische Grünkohlblätter schmecken direkt aus dem Garten am besten – knackig, tiefgrün und mit einer feinen, leicht pfeffrigen Note. Doch leider welken sie nach der Ernte schnell und verlieren an Geschmack, wenn sie falsch aufbewahrt werden. Mit ein paar einfachen Tricks können Sie die Haltbarkeit sowohl im Kühlschrank als auch im Gefrierschrank deutlich verlängern. Das Thema grünkohl aufbewahren ist dabei viel einfacher, als viele denken.
In dieser Anleitung erfahren Sie, wie Sie frischen Grünkohl am besten lagern, ob Sie grünkohl einfrieren können und woran Sie erkennen, wann die Blätter nicht mehr frisch sind.
Wie lange hält frischer Grünkohl?
Direkt nach der Ernte ist Grünkohl am aromatischsten. Die Blätter sind fest, leuchtend grün und angenehm knackig – perfekt für Salate. Im Kühlschrank hält frischer Grünkohl in der Regel 5–7 Tage, je nachdem wie er gelagert wird und ob die Blätter ganz oder bereits geschnitten sind.
Anzeichen dafür, dass Ihr Grünkohl nicht mehr frisch ist:
- Die Blätter sind schlaff und bleiben auch nach einem Bad in kaltem Wasser welk
- Die Farbe wird stumpf oder an den Rändern gelblich
- Der Geschmack wird muffig oder ungewöhnlich bitter
- Die Stängel werden weich oder bekommen dunkle, schleimige Stellen
Grünkohl lagern im Kühlschrank
Im Kühlschrank bleiben frische Grünkohlblätter am längsten knackig. Niedrige Temperaturen und eine leicht feuchte Verpackung sorgen dafür, dass die Blätter nicht austrocknen.
- Blätter kurz mit kaltem Wasser abspülen, um Erde und kleine Insekten zu entfernen
- Gut abtropfen lassen oder vorsichtig mit einem Küchentuch abtupfen
- Die Blätter in einen gelochten Plastikbeutel oder eine luftdichte Box mit einem Stück Küchenpapier am Boden legen
- Im Gemüsefach bei 0–4 °C lagern
Stängel und Blätter lassen sich vor der Lagerung gut voneinander trennen. Die Stängel sind zäher und halten meist etwas länger, Blätter sollten möglichst bald verwendet werden. Wer den Grünkohl noch knackiger für einen Salat möchte, kann ihn für 30–60 Minuten in einer Schale mit kaltem Wasser im Kühlschrank lagern.
Grünkohl einfrieren – geht das?
Ja, Grünkohl zählt zu den Blattkohlsorten, die sich besonders gut einfrieren lassen. Seine Blätter behalten Farbe, Geschmack und Nährstoffe, sofern sie vorher blanchiert werden. Gefrorener Grünkohl ist ideal für Suppen, Eintöpfe, grüne Smoothies oder asiatische Pfannengerichte, wo die etwas weichere Konsistenz sogar von Vorteil ist.
Durch Blanchieren (kurzes Kochen und anschließendes Abschrecken in Eiswasser) werden die Enzyme gestoppt, welche beim Einfrieren sonst Geschmack und Farbe mindern. Wer aufs Blanchieren verzichtet, erlebt oft, dass der Grünkohl bereits nach ein paar Monaten unansehnlich und fad wird.
So blanchieren und frieren Sie Grünkohl richtig ein:
- Die Blätter waschen und von den dicken Stängeln abzupfen
- Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen
- Die Blätter für 2–3 Minuten in das sprudelnd kochende Wasser geben
- Sofort in eine Schüssel mit Eiswasser geben, um den Kochvorgang zu stoppen
- So viel Wasser wie möglich aus den Blättern drücken und portionsweise in Gefrierbeutel oder Dosen abfüllen
Blanchierter Grünkohl ist im Tiefkühlschrank meist 8–12 Monate haltbar. Am besten beschriften Sie die Beutel mit Datum, damit immer zuerst die älteren Portionen verwendet werden.
Hält Grünkohl Frost im Beet aus?
Ja, Grünkohl ist eine der robustesten Blattkohlsorten im Gemüsegarten. Er übersteht in der Regel Nachtfröste bis –10 °C. Mit den ersten Frösten wird der Geschmack sogar oft milder und süßer, da der Grünkohl Stärke in Zucker umwandelt, um sich vor Kälte zu schützen.
Sie können Ihre Grünkohlpflanzen also problemlos den Herbst und Winter über im Beet stehen lassen und einfach jeweils kurz vor dem Kochen frische Blätter ernten. Wird es einmal ungewöhnlich kalt, schützt ein Vlies oder etwas Tannengrün die Pflanzen zusätzlich.
Weitere Möglichkeiten zum Grünkohl aufbewahren
Wenn Sie eine größere Menge Grünkohl auf einmal ernten, können Sie die Haltbarkeit zusätzlich auf andere Weise verlängern, als nur durch Kühlen oder Tiefkühlen.
- Selbstgemachte Grünkohlchips aus dem Backofen (bei 70–80 °C) sind in einer luftdicht schließenden Dose oft mehrere Wochen haltbar
- Gehackte, blanchierte Blätter lassen sich direkt zu gefrorenen Suppenwürfeln oder Suppengrundlagen verarbeiten
- Frisch gepresster Grünkohlsaft kann in Eiswürfelbeuteln eingefroren und direkt für grüne Smoothies verwendet werden
- Grünkohlpesto oder -püree hält im Kühlschrank 3–5 Tage, im Gefrierschrank gar mehrere Monate
Praktische Tipps für beste Lagerung
- Ernten Sie morgens, wenn die Blätter noch kühl und vom Tau feucht sind
- Erst waschen, wenn Sie ihn verwenden oder die Blätter vor der Lagerung völlig trocken bekommen
- Legen Sie geerntete Blätter nicht neben stark reifende Früchte wie Äpfel oder Bananen, denn das abgegebene Ethylen beschleunigt das Vergilben
- Verwenden Sie stets zuerst die älteren Blätter, um Abfall zu vermeiden
Die häufigsten Fehler beim grünkohl lagern sind zu viel Feuchtigkeit und zu hohe Temperaturen. Lagert der Kohl in einer völlig geschlossenen Tüte ohne Luftaustausch, wird er schnell schlapp. Bei Zimmertemperatur werden die Blätter schon nach ein oder zwei Tagen weich.
Noch mehr Grünkohl-Wissen und Anregungen
Das Thema grünkohl aufbewahren ist meist der letzte Schritt in der Saison. Wenn Sie gerade Grünkohl anbauen oder pflegen, könnten Ihnen auch unsere anderen Anleitungen nützlich sein:
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