Grünkohl kannst du meist zum ersten Mal 8–12 Wochen nach der Aussaat grünkohl ernten. Am aromatischsten schmecken die Blätter meist ab September bis in den März. Dabei pflückst du in der Regel zuerst die äußeren, unteren Blätter, lässt das Herz aber stehen – so wächst die Pflanze von oben weiter, und du hast über viele Monate frische Blätter im Beet. Die ersten Nachtfröste machen Grünkohl oft milder und ein wenig süßer im Geschmack.
In dieser Anleitung erfährst du, wie du erkennst, ob dein Grünkohl erntereif ist und wie du die Blätter am besten schneidest, ohne die Pflanze zu sehr zu strapazieren.
Grünkohl ernten – wann ist der richtige Zeitpunkt?
Als Faustregel gilt: Du kannst Grünkohl ernten, sobald die äußeren Blätter eine schöne, nutzbare Größe erreicht haben. Bei den meisten Sorten sind das etwa 20–30 cm lange Blätter – du musst aber nicht abwarten, bis alle Blätter vollständig ausgewachsen sind.
Ein Grünkohl ist in der Regel erntereif, wenn:
- die äußeren Blätter 20–30 cm lang und schön kräftig sind
- das Laub aufrecht steht, tiefgrün ist und keine Gelbfärbung zeigt
- die Pflanze etwa 40–60 cm hoch gewachsen ist und einen klaren zentralen Stängel mit einer kompakten Blattrosette an der Spitze gebildet hat
- der erste Nachtfrost da war – er macht die Blätter milder und etwas süßer
Ernte deine ersten Blätter, sobald die Pflanze problemlos darauf verzichten kann. Lass dabei immer den oberen Blattkranz stehen, damit die Pflanze weiterwächst und neue Blätter bildet. Wenn du zu viele Blätter auf einmal nimmst oder sogar die Spitze kappst, bremst das meist das weitere Wachstum deutlich.
So wird Grünkohl geerntet
Grünkohl zu ernten ist wirklich einfach. Die meisten Sorten werden als Schnittgemüse kultiviert: Du pflückst immer wieder einzelne Blätter, während die Pflanze weiter im Beet wächst.
- Gehe durch dein Beet und schau, welche Blätter groß genug sind – immer zuerst die äußeren, unteren Blätter.
- Schneide das Blatt dicht am Stängel mit einer scharfen und sauberen Gartenschere oder mit einem kleinen Messer ab.
- Lass die Herzblätter oben stehen, damit der Grünkohl weiterwachsen kann.
- Schüttle gegebenenfalls Erde und kleine Insekten vorsichtig ab, bevor du die Blätter mit ins Haus nimmst.
- Wasche die Blätter in kaltem Wasser und verarbeite sie möglichst frisch innerhalb weniger Tage, dann schmecken sie am besten.
Brauchst du mal eine größere Portion auf einmal, kannst du auch die Triebspitze mitnehmen und mit der Schere abschneiden. Häufig treibt die Pflanze dann noch einmal neue Seitentriebe aus, solange das Wurzelwerk gesund ist und die Temperaturen nicht zu weit sinken.
Stückweise grünkohl ernten und lange Saison genießen
Ein großer Vorteil beim Grünkohl ist, dass du nie alles auf einen Schlag grünkohl ernten musst. Wenn du 4–6 Pflanzen gesetzt hast, kannst du sie ab September bis ins Frühjahr hinein regelmäßig jede Woche durchpflücken. So genießt du eine wirklich lange Erntezeit und hast fast den ganzen Herbst und Winter über immer frische Blätter zur Hand.
Hast du mehr geerntet als du verbrauchen kannst, kannst du die Blätter auch problemlos einfrieren. Die bewährtesten Methoden findest du in unserem Artikel zur Lagerung von Grünkohl hier.
Schmeckt Grünkohl nach Frost wirklich besser?
Ja, nach dem ersten Frost ist Grünkohl tatsächlich milder und etwas süßer – das kommt daher, dass die Pflanze bei Kälte Stärke in Zucker umwandelt. Dieser Trick hilft dem Grünkohl, sich vor Frost zu schützen, aber gerade das gibt den Blättern einen feinen, abgerundeten Geschmack, der im Spätsommer noch nicht da ist.
Du kannst Grünkohl also problemlos den ganzen Winter über draußen stehen lassen und die Blätter immer frisch vor dem Kochen schneiden. Wird es außergewöhnlich kalt, schützt ein einfaches Vlies oder ein paar Tannenzweige die Pflanze zusätzlich vor starken Frösten.
Sind Stängel und Blüten von Grünkohl essbar?
Ja, die ganze Pflanze ist essbar. Der Hauptstängel ist oft zu fest zum Rohessen, du kannst ihn aber als Suppenbasis oder fein gehackt mitkochen. Geht der Grünkohl nach einer langen Wintersaison im Frühling in Blüte, sind die kleinen gelben Blüten und die noch festen Blütenknospen eine echte Delikatesse. Sie erinnern an Brokkolini, sowohl im Geschmack als auch in der Textur.
Was passiert im Frühjahr nach der Ernte?
Wenn im März oder April die Grünkohlsaison endgültig endet, bildet die Pflanze meist Blütentriebe und setzt Samen an. In diesem Stadium entfernt man den Grünkohl in der Regel komplett und nutzt das Beet für eine neue Kultur. Denke daran, den Standort zu wechseln: Als Mitglied der Kohlgewächse solltest du Grünkohl nicht Jahr für Jahr am gleichen Platz anbauen. Das sogenannte Fruchtwechsel hilft, die Erde gesund zu halten und Krankheiten wie Kohlhernie vorzubeugen.
Mehr Tipps rund um Grünkohl?
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