Grünkohl ist grundsätzlich eine widerstandsfähige Kulturpflanze, doch es gibt einige Herausforderungen, auf die Sie achten sollten. Verschiedene grünkohl schädlinge wie Erdflöhe, Kohlweißlinge und Kohlfliegen können Blätter und Wurzeln befallen. Außerdem treten grünkohl krankheiten wie Kohlhernie und Mehltau auf, die eine komplette Pflanzenreihe schwächen oder sogar vernichten können. Auch Blattläuse und Schnecken richten insbesondere an jungen Pflanzen erhebliche Schäden an.
Warum entstehen Krankheiten bei Grünkohl?
Grünkohl gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und teilt sich viele grünkohl schädlinge und grünkohl krankheiten mit anderen Kohlarten wie Brokkoli, Weißkohl oder Radieschen. Krankheiten und Schädlinge bei Grünkohl treten selten ganz zufällig auf – die Ursachen hängen oft mit den jeweiligen Wachstumsbedingungen zusammen. Feuchtigkeit, Luft, Wasser und Nährstoffe müssen im Gleichgewicht sein. Stehen die Pflanzen zu eng, in nassem Boden oder ohne ausreichend Luftbewegung, werden sie rasch anfällig.
Mehr rund ums richtige Gießen von Grünkohl sowie zur Düngung von Grünkohl erfahren Sie in unseren entsprechenden Ratgebern für eine erfolgreiche Pflege Ihrer Pflanzen.
Erdflöhe am Grünkohl
Erdflöhe sind winzige, schwarze Käfer von 2 bis 3 mm Länge, die beim Berühren der Blätter weit weg springen. Sie fressen kleine, runde Löcher in die Grünkohlblätter und können innerhalb kurzer Zeit die Blattoberfläche junger Pflanzen stark durchlöchern. Ein leichter Befall ist meist kein großes Problem; bei starkem Befall wird das Wachstum jedoch deutlich geschwächt und junge Pflanzen können absterben.
So beugen Sie Erdflöhen vor:
- Direkt nach der Aussaat oder dem Auspflanzen die Pflanzen mit Vlies oder Insektennetz abdecken
- Den Boden stets gleichmäßig feucht halten, da Erdflöhe vor allem trockenes, warmes Wetter mögen
- Bei Trockenheit morgens leicht über die Blätter gießen – dann sind Erdflöhe besonders aktiv
- Fruchtwechsel anwenden und Grünkohl oder andere Kohlarten nicht jedes Jahr am selben Standort anbauen
Kohlhernie und andere Pilzkrankheiten
Kohlhernie ist eine Pilzkrankheit, die die Wurzeln sämtlicher Kohlgemüse – also auch Grünkohl – befällt. Sie zeigt sich durch knollig aufgetriebene Wurzeln und Pflanzen, deren Blätter trotz feuchter Erde schlaff hängen. Der Pilz kann viele Jahre im Boden überleben und wird häufig über Gartengeräte oder beim Bewegen von Erde weiterverbreitet.
Eine direkte Behandlung gibt es nicht – deshalb ist Vorbeugung das Wichtigste:
- Fruchtwechsel einhalten und mindestens 4–5 Jahre keine Kohlgewächse an dieselbe Stelle pflanzen
- Für durchlässigen Boden sorgen, da Kohlhernie besonders in saurer, nasser Erde vorkommt
- Gegebenenfalls Rasenkalk ausbringen, um den pH-Wert des Bodens auf 7 oder höher anzuheben
- Erkrankte Pflanzen immer sofort entfernen und im Hausmüll, nicht auf dem Kompost, entsorgen
Mehltau und Falscher Mehltau sind weitere Pilzkrankheiten, die auftreten können. Sie zeigen sich als weißer oder grauer Belag auf der Blattoberseite bzw. -unterseite. Die Vorbeugung funktioniert ähnlich wie bei Mehltau an Gurken und anderen Gemüsepflanzen.
Schädlinge am Grünkohl
Kohlweißling und Kohlfliegen an Grünkohl
Der Kohlweißling legt kleine, gelbe Eier auf die Blattunterseiten des Grünkohls. Aus den Eiern schlüpfen grüne oder gescheckte Raupen, die in kurzer Zeit große Löcher ins Blatt fressen. Die Kohlfliege ist besonders lästig, da ihre Larven Gänge im Wurzelhals (Übergang zwischen Stängel und Wurzel) anlegen und junge Pflanzen deutlich schwächen oder sogar absterben lassen.
So schützen Sie sich:
- Die Pflanzen von der Pflanzung bis zur Ernte mit Kohlnetz oder einem feinen Insektennetz abdecken
- Blätter regelmäßig – besonders an der Unterseite – auf Eier und Raupen kontrollieren
- Kombinieren Sie Grünkohl mit Tagetes oder Ringelblumen – der Duft verwirrt viele Schadinsekten
Schnecken und Blattläuse am Grünkohl
Schnecken haben junge Grünkohlpflanzen zum Fressen gern und können über Nacht eine ganze Reihe abfressen. Typische Hinweise sind Löcher in den Blättern und silbrige Schleimspuren. Blattläuse sind kleine grüne, schwarze oder weiße Insekten, die an den Blattunterseiten Pflanzensaft saugen. Sie hinterlassen einen klebrigen Honigtau, der Pilzbefall und Ameisen anlockt.
So beugen Sie vor:
- Schnecken am späten Abend oder am frühen Morgen absammeln
- Unsere Schneckenfallen einsetzen oder Kupferband um das Beet legen
- Blattläuse mit kräftigem Wasserstrahl von den Pflanzen spritzen
- Florfliegen und Marienkäfer mit einer Blumenrabatte in der Nähe anlocken, denn sie fressen die Läuse ab
- Bei starkem Befall können Sie auf Produkte aus unserem Bereich Insektenfrei zurückgreifen
Warum werden Grünkohlblätter gelb?
Gelbe Blätter am Grünkohl sind meist kein Zeichen für eine Krankheit, sondern ein Hinweis auf Stress. Häufige Ursachen sind:
- Nährstoffmangel, vor allem Stickstoff
- Übermäßige Bodenfeuchte, wodurch die Wurzeln zu wenig Sauerstoff aufnehmen können
- Die unteren Blätter altern und werden irgendwann von der Pflanze selbst „abgeworfen“, insbesondere gegen Saisonende – ganz natürlich
- Die Pflanze wird von Blattläusen oder anderen saugenden schädlingen befallen
Prüfen Sie zuerst Boden und Versorgungslage. Beobachten Sie, ob die Vergilbung nur an den ältesten Blättern oder generell auftritt. Die unteren Blätter können Sie getrost ernten und in der Küche verwenden, solange die Pflanze selbst kräftig ist.
Vorbeugung, die wirklich hilft
Die meisten grünkohl krankheiten und schädlinge lassen sich mit guter Gartenhygiene vermeiden:
- Fruchtwechsel: Grünkohl und andere Kohlarten max. alle 3–4 Jahre an derselben Stelle anbauen
- Ausreichender Pflanzabstand: 40–50 cm Abstand sorgt für gute Luft und starke Pflanzen
- Regelmäßiges Gießen und Düngen: gestresste Pflanzen sind anfälliger
- Schutznetze: Netze sind das effizienteste Mittel gegen Erdflöhe, Kohlfliegen und Kohlweißlinge
- Sauberkeit im Beet: Entfernen Sie altes Laub und Pflanzenreste am Saisonende, damit keine Pilze oder Eier im Boden überwintern
Wichtig: Zu schnelle oder übermäßige Düngung führt zu besonders weichen, empfindlichen Grünkohlpflanzen, die für Pilzkrankheiten und Schädlinge anfällig sind.
Noch mehr Ideen rund um Grünkohl
Gute Vorbeugung gegen grünkohl krankheiten sowie Schädlinge beginnt schon bei der Anbauplanung. Wenn Sie sich noch weiter über Grünkohl informieren möchten, finden Sie hier passende Ratgeber:
Und wenn Sie neues Saatgut für die kommende Saison suchen, finden Sie eine Auswahl an biosamen und robusten Grünkohlsamen hier.
