Pastinaken sind erntereif, wenn das Laub gelb wird und sich auf den Boden legt – meist ab September bis in den November hinein. Der Geschmack entfaltet sich erst richtig, wenn die Pastinake mindestens einmal leichten Nachtfrost abbekommen hat: Dabei wandelt sich die Stärke in Zucker um. Aus diesem Grund kann man Pastinaken über einen längeren Zeitraum ernten, solange der Boden nicht durchgefroren ist. So gelingt das pastinaken ernten ganz unkompliziert im eigenen Gemüsegarten.
Wann sollte man Pastinaken ernten?
Die Pastinake ist ein langsam wachsendes Wurzelgemüse und braucht von der Aussaat bis zur erntereifen Knolle etwa 5-7 Monate. Säst du im April oder Mai, kannst du frühestens ab September mit den ersten Wurzeln rechnen. Wenn du sie länger stehen lässt, werden sie größer und ihr Geschmack milder und süßer. Die meisten Sorten können – je nach Witterung – bis zum ersten starken Frost im Boden bleiben.
Typische Anzeichen, dass Pastinaken geerntet werden können:
- Das Laub beginnt gelb zu werden und fällt auf den Boden
- Die „Schulter“ der Knolle ragt leicht aus der Erde und ist etwa 4-6 cm dick
- Es gab bereits leichten Nachtfrost, sodass die Stärke in der Wurzel teilweise in Zucker umgewandelt wurde
- Die Knolle fühlt sich beim vorsichtigen Freilegen um den Stängel fest und prall an
In der Praxis musst du nicht alle Pastinaken auf einmal ernten. Besser ist es, sie je nach Bedarf nacheinander aus der Erde zu holen – so hast du über viele Wochen frische Wurzeln aus dem Boden.
Warum schmecken Pastinaken nach dem Frost süßer?
Sobald die Temperaturen unter 0°C sinken, wandelt die Pastinakenpflanze einen Teil ihrer eingelagerten Stärke in Zucker um. Das ist ein natürlicher Schutz gegen Kälte – und genau diese Umstellung verleiht der Pastinake das typisch milde, süße Aroma.
Deshalb empfiehlt es sich, mit dem pastinaken ernten zu warten, bis die ersten Nächte mit Frost vorbei sind. Früh geerntete Pastinaken schmecken oft etwas herber und kräftiger, während Wurzeln aus Herbst- oder Winterernte angenehm mild und aromatisch sind.
So gelingt die Ernte von Pastinaken
Die Pfahlwurzel der Pastinake kann leicht 20–30 cm lang werden, weshalb man sie selten einfach am Laub herausziehen kann. Die Knolle kann dabei abbrechen und bleibt zum Teil in der Erde stecken. Verwende daher am besten eine Grabegabel oder einen Spaten – beides findest du im Sortiment unserer Gartengeräte.
- Setze die Grabegabel oder den Spaten etwa 10–15 cm entfernt von der Pflanze in den Boden
- Hebele die Erde vorsichtig an, bis sich die gesamte Wurzel lockert
- Ziehe die Pastinake am besten an den Blattstielen dicht über der Knolle aus der Erde
- Schneide das Laub ab oder drehe es ab, und lass eventuell anhaftende Erde abfallen, bevor du die Wurzel lagerst oder weiterverarbeitest
Wenn du die Pastinaken lagern möchtest, solltest du sie möglichst nicht waschen. Klopfe lieber überschüssige Erde vorsichtig ab und lasse ein dünnes Erdreich an den Wurzeln zurück. Eine ausführliche Anleitung dazu findest du auch in unserer Aufbewahrungsanleitung für Pastinaken.
Wir empfehlen dir, beim pastinaken ernten immer Gartenhandschuhe zu tragen. Die Pastinakenknolle selbst ist zwar nicht giftig und kann problemlos roh oder gekocht gegessen werden, aber der Pflanzensaft aus Blättern und Stängeln kann bei Hautkontakt in Verbindung mit Sonnenlicht zu Reizungen führen. Wild wachsende Pastinaken sind in dieser Hinsicht oft noch problematischer als die kultivierte Form. Gehe deshalb beim Umgang vorsichtig vor.
Können Pastinaken im Boden überwintern?
Ja, das ist sogar einer der größten Pluspunkte dieser Wurzelgemüse. Die Knollen sind frosthart und bleiben auch über mehrere Wintermonate im Beet frisch und lagerfähig. Viele Gärtner ernten Pastinaken deshalb nach Bedarf den ganzen Herbst und Winter hindurch, statt die gesamte Ernte auf einmal einzulagern.
Praxistipp: Decke das Beet mit einer isolierenden Schicht aus Stroh, Laub oder Vlies ab. Dadurch bleibt der Boden länger frostfrei und du kannst die Pastinaken leichter ernten, selbst wenn es draußen schon gefroren hat. Wenn die Wurzeln sehr lange im Boden bleiben, sollten sie spätestens im zeitigen Frühjahr geerntet werden, noch bevor die Pflanze Blütentriebe entwickelt – ab dann wird die Knolle holzig und faserig.
Was tun nach der Pastinaken-Ernte?
Nach der Ernte empfiehlt es sich, das Beet gründlich von welkem Laub und Pflanzenresten zu befreien. So verringerst du das Risiko, dass Krankheiten und Schädlinge im Boden überwintern und die nächste Saison beeinträchtigen.
Wechsle zudem regelmäßig den Standort für Pastinaken. Pastinake gehört – wie bereits erwähnt – zur Familie der Doldenblütler. Es ist ratsam, Pastinaken, Möhren oder andere verwandte Kulturen nicht jedes Jahr am selben Platz auszusäen. Das nennt man Fruchtfolge – sie hilft, Bodenerschöpfung und Krankheiten wie die Pastinakenschorf zu vermeiden.
Noch mehr über Pflanzengesundheit findest du in unserem Beitrag zu Pastinaken-Krankheiten.
Mehr Wissen rund um die Pastinake?
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