Wenig schmeckt in den kühlen Monaten besser als eine süße, selbstgeerntete Pastinake aus dem eigenen Garten – und nach dem ersten Frost wird der Geschmack sogar noch intensiver!
Pastinaken sind ein anspruchsloses Wurzelgemüse mit einer langen Vegetationsperiode. Die Samen werden meist ab April oder Mai direkt ins Freiland gesät, geerntet werden kann dann ab September bis tief in den Winter hinein. Die Pastinake gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und ist eng verwandt mit beispielsweise Möhren, Petersilienwurzel und Sellerie.
In dieser Anleitung erfährst du alles Wichtige rund ums pastinaken anbauen – vom Aussäen der Samen bis hin zu Pflege, Ernte und Lagerung. Für weitere Details findest du im Text Links zu weiterführenden Guides.
Wo kann man Pastinaken anbauen?
Pastinaken fühlen sich am wohlsten in offenen Gemüsebeeten mit tiefgründiger, lockerer und steinfreier Erde. Da die Wurzeln leicht 20–30 cm tief wachsen, brauchen sie viel Platz nach unten, ohne auf Verdichtungen, Steine oder Erdklumpen zu stoßen. Zu schwere oder steinige Böden und frische Düngerkügelchen im Beet führen häufig zu verzweigten oder schiefen Wurzeln.
Hier gedeihen Pastinaken besonders gut:
- Im Freiland: Am besten in einem sonnigen Beet mit tiefgründiger, krümeliger Erde
- Im Hochbeet: Die Erde sollte mindestens 30–40 cm tief sein, damit der Wurzelkörper sich gerade entwickelt
- Im Topf oder Balkonkasten: Nur möglich, wenn die Erde mindestens 30 cm tief ist – das beste Ergebnis erzielt man aber meist im Freiland
- Zwischen Reihen von schnelleren Kulturen wie z.B. Radieschen, die als Markierung dienen und lange vor den Pastinaken geerntet werden können
Wähle ein sonniges Beet mit tiefgründiger, lockerer und steinfreier Erde. Steine, Knollen oder frischer Stallmist lassen die Wurzeln verzweigen – grabe das Beet deshalb vor dem Säen gut um und verwende nur gut verrotteten Kompost. Pastinaken vertragen kühle Frühlingstemperaturen und auch etwas Frost, brauchen aber ausreichend Licht und gleichmäßige Feuchtigkeit, um eine gerade, süße Wurzel zu bilden.
So gelingt der Start beim Pastinaken pflanzen
Pastinaken sollte man immer direkt ins Beet säen – sie sind nicht für die Vorkultur geeignet. Die jungen Wurzeln wachsen rasch in die Tiefe und reagieren empfindlich auf das Umpflanzen, was in der Regel gebogene oder verzweigte Pastinaken ergibt.
Pastinaken säen – so gehst du vor:
- Von April bis Mai direkt im Freiland, sobald der Boden mindestens 4 °C warm ist
- Am schnellsten und gleichmäßigsten gelingt die Keimung bei 10–12 °C Bodentemperatur
- In Reihen mit ca. 30–35 cm Abstand und 1 cm Saattiefe
Beachte, dass die Keimung von Pastinakensamen Zeit braucht – häufig zeigen sich die ersten Keimlinge erst nach 16–28 Tagen, je nach Bodentemperatur. Halte die Erde in dieser Zeit gleichmäßig feucht, damit die Samen nicht austrocknen.
Möchtest du wissen, warum das Vorziehen von Pastinaken meist wenig Sinn macht, erfährst du mehr darüber in unserem Beitrag zum Thema Pastinaken vorziehen.
Pastinaken in einem tiefen Topf aussäen – so funktioniert’s
Wenn du Pastinaken in einem Topf oder Kübel säen möchtest, ist das Wichtigste, dass das Gefäß tief genug ist, damit sich die Wurzeln ungestört entwickeln können.
-
Wähle einen Topf oder Pflanzsack mit mindestens 30–40 cm Tiefe und Abzugslöchern am Boden
-
Fülle das Gefäß mit lockerer, krümeliger Pflanzerde, für bessere Drainage kannst du etwas Sand untermischen
-
Ziehe Saatrillen ca. 1 cm tief und halte etwa 15–20 cm Abstand zwischen den Reihen
-
Lege die Samen mit 2–3 cm Abstand in die Rille und bedecke sie mit einer dünnen Schicht Erde
-
Wässere vorsichtig mit feinem Strahl, damit die Samen nicht herausgeschwemmt werden
-
Stelle den Topf an einen hellen Ort bei 10–18 °C, nach den letzten Frösten gerne im Halbschatten im Freien
Nach 16–28 Tagen – je nach Bodentemperatur – zeigen sich die ersten Keimlinge. Sobald die Pflanzen ihre ersten „echten“ Blätter entwickelt haben, solltest du sie vereinzeln, sodass im Topf alle 8–15 cm nur eine Pastinake steht.
Pastinaken pflegen – so wächst alles wie gewünscht
Sind die Pastinaken erst einmal gekeimt, brauchen sie kaum Pflege. Am wichtigsten sind eine gleichmäßige Wasserversorgung, gelegentliches Vereinzeln und unkrautfreie Beete – vor allem solange die Pflanzen noch klein sind.
Weitere Tipps zum Thema Pflege von Pastinaken findest du hier:
- Pastinaken gießen – gleichmäßige Feuchtigkeit im Boden sorgt für schöne, gerade Wurzeln
- Pastinaken düngen – Pastinaken sind genügsam, zu viel Stickstoff fördert nur das Kraut, aber nicht die Wurzelbildung
- Krankheiten und Schädlinge bei Pastinaken – zu den häufigsten Problemen zählen Pastinakenschorf, Möhrenfliegen und Herzfäule
Dünne deine Pflanzen frühzeitig auf einen Abstand von 8–15 cm aus, sobald die Keimlinge sich greifen lassen. Wenn Pastinaken zu dicht stehen, konkurrieren sie um Platz und Nährstoffe, wachsen schlechter und entwickeln oftmals nur kleine oder verzweigte Wurzeln.
Wann Pastinaken ernten?
Pastinaken sind erntereif, wenn das Laub gelb wird und sich auf den Boden legt – meist ab September bis Anfang November. Die Sorte bestimmt ein wenig den Zeitpunkt, doch die meisten Pastinaken brauchen ca. 5–7 Monate von der Aussaat bis zur erntereifen Wurzel.
Pastinaken sind typischerweise fertig für die Ernte, wenn:
- Das Laub langsam vergilbt und sich auf die Erde legt
- Der Wurzelkopf gerade aus der Erde schaut und etwa 4–6 cm Durchmesser hat
- Mindestens eine leichte Nachtfrostperiode überstanden ist, denn dann wird die Wurzel noch süßer
Pastinaken gehören zu den wenigen Wurzelgemüsen, die tatsächlich einen besseren Geschmack entwickeln, wenn sie nach den ersten Nachtfrösten geerntet werden. Sinkt die Temperatur unter null, wandelt die Pflanze einen Teil der gespeicherten Stärke in Zucker um – so werden die Wurzeln milder und aromatischer.
Das heißt, du kannst Pastinaken noch spät im Herbst und bis in den Winter hinein im Beet lassen und nach Bedarf ernten, solange der Boden nicht komplett durchgefroren ist. Decke das Beet ggf. mit etwas Stroh, Laub oder einem Vlies ab, damit der Boden nicht völlig gefriert und du immer wieder frische Pastinaken herausziehen kannst, wenn du sie brauchst.
Weitere Tipps findest du in unserem Ratgeber zum Pastinaken ernten.
Bereit, eigene Pastinaken zu pflanzen?
Pastinaken anzubauen erfordert etwas Geduld – aber der Aufwand lohnt sich. Mit tiefgründiger, lockerer Erde, regelmäßigem Gießen und Ausdünnen kannst du dich im Herbst und Winter auf eigene, frische Pastinaken freuen.
Falls du noch passende Samen für die Saison suchst, findest du bei uns eine große Auswahl an biosamen und aromatischen Pastinakensamen hier.
