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Pastinaken krankheiten

Pastinaken krankheiten

Pastinaken sind ein robustes und anspruchsloses Wurzelgemüse, aber es gibt trotzdem einige typische pastinaken krankheiten und Schädlinge, auf die Sie achten sollten. Pastinakenschorf, Herzfäule (Bormangel) und Schäden durch Möhrenfliegen gehören zu den häufigsten Problemen, während Pilzkrankheiten wie Mehltau das Laub gegen Saisonende befallen können.

Warum treten Krankheiten bei Pastinaken auf?

Krankheiten und Schädlinge bei Pastinaken treten selten zufällig auf. Oft hängen die Probleme eng mit den Wachstumsbedingungen zusammen. Feuchtigkeit, Luft, Wasser und Nährstoffe sollten im Gleichgewicht sein. Stehen die Pflanzen zu dicht, in zu trockener Erde oder erhält der Boden zu viel Stickstoff, werden sie rasch anfällig.

Pastinaken gehören zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und teilen sich deshalb viele Schädlinge und Krankheiten mit anderen Gemüsen dieser Familie – etwa mit Möhren, Petersilienwurzel oder Sellerie. Daher ist Fruchtwechsel besonders wichtig: Pastinaken und ihre Verwandten sollten Sie nicht Jahr für Jahr am selben Standort anbauen.

Pastinakenschorf

Pastinakenschorf (verursacht durch den Pilz Itersonilia pastinacae) ist eine der charakteristischen pastinaken krankheiten. Er zeigt sich meist als eingesunkene, dunkle Flecken an der Schulter der Knolle, oft mit einem orangefarbenen oder rostigen Rand. Die Flecken können mehrere Zentimeter groß werden und machen die Pastinaken für die Lagerung untauglich, wobei sie aber meist noch direkt nach der Ernte verwendet werden können, wenn man die Stellen großzügig entfernt.

So beugen Sie Pastinakenschorf vor:

  • Halten Sie einen Fruchtwechsel von 3-4 Jahren ein und bauen Sie keine Pastinaken oder andere Doldenblütler in dieser Zeit erneut auf demselben Beet an
  • Sorgen Sie für eine gute Drainage, da der Pilz sich in staunasser Erde wohlfühlt
  • Stellen Sie einen pH-Wert des Bodens von etwa 6,5-7 ein, da zu saurer Boden den Pilz fördert
  • Verwenden Sie nur gut verrotteten Kompost und meiden Sie frischen Stallmist
  • Entfernen Sie befallene Pflanzen und Blätter und entsorgen Sie diese über den Hausmüll, nicht über den Kompost

Herzfäule und Bormangel bei Pastinaken

Herzfäule zeigt sich als braune, faulende Bereiche im oberen Drittel der Knolle, während der Rest unauffällig erscheint. Ursache ist meist ein Mangel am Spurenelement Bor – vermehrt in sehr sandigem Boden, Böden mit hohem pH-Wert oder nach längerer Trockenheit, wenn die Pflanzen das ohnehin spärlich vorhandene Bor nicht aufnehmen können.

So beugen Sie Herzfäule vor:

  • Gießen Sie gleichmäßig durch die ganze Saison, damit die Pflanzen vorhandene Nährstoffe aufnehmen können
  • Verwenden Sie ausgereiften Kompost, der von Natur aus geringe Mengen Bor enthält
  • Lassen Sie den Boden ggf. analysieren, wenn regelmäßig Herzfäule auftritt
  • Halten Sie den pH-Wert bei etwa 6,5-7, damit Bor gut pflanzenverfügbar ist

Schneiden Sie befallene Stellen großzügig aus, wenn Sie bei der Ernte Herzfäule bemerken. Die restliche Knolle ist meist problemlos zu verwerten, solange keine muffigen Gerüche oder weichen Stellen im unteren Bereich auftreten.

Möhrenfliegen bei Pastinaken

Die Möhrenfliege (Chamaepsila rosae) befällt ebenfalls Pastinaken und andere Doldenblütler. Ihre Larven fressen rostbraune Fraßgänge im Inneren der Wurzeln. Meist erkennt man das Ausmaß erst bei der Ernte; starke Schäden können große Teile des Beetes unbrauchbar machen.

Die Möhrenfliege entwickelt über den Sommer 2-3 Generationen. Der erste Hauptflug beginnt meist ab Mitte Mai und kann bis in den Juni hinein reichen. Die zweite Welle tritt typischerweise im Juli/August auf.

So beugen Sie Möhrenfliegen vor:

  • Bedecken Sie das Beet von der Aussaat bis zur Ernte mit einem Insektennetz oder Vlies
  • Pflanzen Sie Pastinaken an offenen, windigen Plätzen, fern von hoher Vegetation
  • Vermeiden Sie frische organische Düngung, da der Geruch die Fliegen anzieht
  • Entfernen Sie Pflanzenreste nach dem Vereinzeln und drücken Sie den Boden gut an um die verbliebenen Pflanzen
  • Einen Fruchtwechsel von 4-5 Jahren einhalten, da die Möhrenfliege im Boden als Larve oder Puppe überwintern kann

Mehr zur Biologie und Vorbeugung gegen die Möhrenfliege lesen Sie hier – die Hinweise gelten genauso für Pastinaken.

Blattläuse und Schnecken an Pastinaken

Blattläuse können sich auf den oberen Teilen der Pastinakenpflanzen ansiedeln und saugen an der Blattunterseite Pflanzensaft. Sie hinterlassen eine klebrige Honigtauschicht, die Pilze und Ameisen anzieht; starker Befall schwächt die Pflanzen erheblich. Auch Schnecken lieben junge Pastinakenblätter und können über Nacht ganze Reihen kahlfressen.

So beugen Sie Blattläusen und Schnecken vor bzw. bekämpfen sie:

  • Spülen Sie Blattläuse mit einem kräftigen Wasserstrahl ab
  • Locken Sie Marienkäfer und Schwebfliegen an, indem Sie Blumen wie Ringelblumen im Beet pflanzen
  • Sammeln Sie Schnecken spät abends oder früh morgens per Hand ab
  • Verwenden Sie unsere Schneckenfallen oder legen Sie Kupferband um das Beet
  • Bei starkem Befall helfen unsere Produkte aus dem Bereich insektenfrei

Mehltau und andere Pilzkrankheiten am Pastinakenlaub

Gegen Ende der Saison kann es am Laub der Pastinake zu echtem Mehltau kommen, der sich als weißer, mehliger Belag auf der Blattoberseite zeigt. Für die Knolle ist dies selten problematisch, da sie ohnehin reif ist, aber starker Befall kann das Wachstum bremsen und die Ernte verringern.

So beugen Sie Mehltau vor:

  • Für gute Luftzirkulation sorgen, d.h. Pflanzen rechtzeitig vereinzeln und nicht zu dicht stellen
  • Ausschließlich am Boden gießen, nicht über die Blätter
  • Morgens gießen, damit gegebenenfalls nasse Blätter bis zum Abend abtrocknen
  • Übermäßige Stickstoffdüngung meiden, da sie für weiche, anfällige Blätter sorgt
  • Stark befallene Blätter entfernen, um die Ausbreitung zu verlangsamen

Auch Falscher Mehltau kann auftreten. Er macht sich durch helle Flecken auf der Blattoberseite und einen grauen Belag auf der Unterseite bemerkbar. Die Vorbeugung ist die gleiche: gute Belüftung, gleichmäßiges Gießen am Boden und Fruchtwechsel.

Wirksame Vorbeugung

Die meisten pastinaken krankheiten und Schädlinge lassen sich durch eine gute Gartenhygiene vermeiden:

  • Fruchtwechsel: Pastinaken und andere Doldenblütler nicht häufiger als alle 3-4 Jahre am selben Standort anbauen
  • Ausreichender Pflanzabstand: 8-15 cm zwischen den Pflanzen sorgt für bessere Luftzirkulation
  • Gleichmäßige Wasser- und Nährstoffversorgung: Gestresste Pflanzen sind besonders anfällig
  • Insektennetze: Die wirksamste Einzelmaßnahme gegen Möhrenfliegen
  • Aufräumen: Entfernen Sie abgestorbene Blätter und Pflanzenteile am Saisonende

Denken Sie daran: Weiche, überdüngte Pastinaken sind sowohl gegenüber Pilzkrankheiten als auch Schädlingen besonders anfällig – daher ist sparsame Düngung eine der wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen.

Sie möchten mehr über Pastinaken wissen?

Vorbeugung gegen pastinaken krankheiten und Schädlinge beginnt schon, wenn Sie den Anbau von Pastinaken planen. Wenn Sie sich weiter informieren möchten, sind auch unsere anderen Ratgeber interessant für Sie:

Fehlen Ihnen noch frische Samen für die nächste Saison? Hier finden Sie eine Auswahl an biosamen und widerstandsfähigen Pastinakensamen.

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