Im Gegensatz zu anderen Gemüsesorten wie Tomaten oder Gurken ist es nicht erforderlich, Pastinaken vorziehen zu lassen. Pastinaken entwickeln rasch eine lange Pfahlwurzel, die sehr empfindlich auf das Umpflanzen reagiert. Wird die Jungpflanze ausgesetzt, besteht ein hohes Risiko, dass die Pastinaken krumm oder mehrtriebig wachsen oder das Wachstum sogar ganz stoppen.
In diesem Ratgeber erfährst du, ob es überhaupt sinnvoll ist, Pastinaken vorziehen zu wollen, und welche Alternativen es gibt, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.
Pastinaken vorziehen – sinnvoll oder nicht?
In der Regel nein. Pastinaken gehören wie Möhren, Petersilienwurzel und Sellerie zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Allen gemeinsam ist, dass sie sehr früh eine lange Pfahlwurzel entwickeln. Diese entscheidet darüber, ob die spätere Wurzel schön und gerade gerät, und sie verträgt keinerlei Störung.
Außerdem gibt es keinen zwingenden Grund, Pastinaken bei der Anzucht einen Vorsprung drinnen zu verschaffen. Die Samen sollten direkt ins Beet im April oder Mai ausgesät werden. Von der Aussaat bis zur erntereifen Wurzel vergehen etwa 5–7 Monate. Die Saison ist also lang genug, solange du die Aussaat vornimmst, wenn die Erde mindestens 4 °C warm ist.
Wenn du mehr über den idealen Zeitpunkt, Bodenvorbereitung und die genaue Aussaatmethode wissen möchtest, lies gerne unseren Ratgeber Pastinaken anbauen.
Wann kann das Vorziehen von Pastinaken doch sinnvoll sein?
Es gibt wenige Ausnahmen, bei denen das Vorziehen von Pastinaken Sinn machen kann. Hierbei geht es allerdings meist eher um praktische Erleichterung als um einen Wachstums-Vorsprung für die Pflanze.
Pastinaken vorziehen kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn:
- du Pastinaken in einer tiefen Kübel oder Pflanzsack kultivierst, der während der gesamten Saison an einem hellen Platz steht,
- du auf einer kühlen Fensterbank vorziehst, weil draußen Schnecken oder Vögel die ersten Keimlinge fressen könnten,
- du in einer Region mit kurzem, kühlen Sommer wohnst und die Keimung der Samen gezielt starten möchtest.
In all diesen Fällen säst du direkt in das endgültige Gefäß, damit die Pfahlwurzel ungestört wächst und nicht umgesetzt werden muss. Der Name erinnert zwar an das klassische Vorziehen, aber im Grunde genommen handelt es sich um eine ganz normale Aussaat im Topf, die einfach an Ort und Stelle bleibt.
Was ist besser als Pastinaken vorziehen?
Statt Pastinaken vorzuziehen, solltest du von Anfang an für ideale Bedingungen bei der Direktsaat sorgen. So entwickelst du die längsten und regelmäßigsten Wurzeln.
- Säe in tiefgründigen, lockeren und steinfreien Boden ohne frischen Dünger
- Halte die Erde gleichmäßig feucht, besonders bis die Samen nach 16–28 Tagen keimen
- Decke die Aussaatreihe optional mit Vlies ab, damit die Erde Feuchtigkeit und Wärme besser hält
- Säe ein paar schnelle Radieschen als Markierungspflanzen dazwischen, so erkennst du die Reihen, während die Pastinaken noch keimen
Auf diese Weise erhältst du gesunde, gerade Pastinaken, ohne die typischen Probleme, die ein Umpflanzen oder falsches Vorziehen bringen kann.
Möchtest du noch mehr über Pastinaken wissen?
Das Vorziehen ist oft nur eine der ersten Fragen. Sobald deine Pastinaken gekeimt sind, geht es vor allem um regelmäßige Bewässerung, etwas Ausdünnen und viel Geduld, damit die Wurzel über den Sommer kräftig wachsen kann.
Falls du dich noch gründlicher mit dem Thema beschäftigen möchtest, könnten diese weiteren Anleitungen für dich interessant sein:
- Bewässerung von Pastinaken
- Düngen von Pastinaken
- Pastinaken ernten
- Pastinaken lagern
- Krankheiten und Schädlinge bei Pastinaken
Und solltest du noch neue Samen für die nächste Saison benötigen, findest du unsere Auswahl an biosamen und aromatischen Pastinaken Samen hier.
